WAA - Zeitzeugengespräch

Veröffentlicht am 15.11.2017 in Umwelt
Der Streit um die WAA zog sich quer durch Familien, Partein und Gewerkschaften. 1986 war der Höhepunkt der Auseinandersetzungen am Bauzaun erreicht. 31 Jahre später wird jetzt ein Film über die Geschehnisse von damals gedreht, der nächstes Jahr im Kino erscheinen soll. Um diese anscheinend so bedeutsamen Geschehnisse richtig einordnen und realitätsnah berichtet zu bekommen, machte sich eine Gruppe von Jusos um den Bezirksvorsitzenden Peter Strahl und den Kreisverbandsvorsitzenden von Amberg-Sulzbach Lukas Stollner gemeinsam auf, um die Schauplätze des Widerstandes zu besuchen. Als Zeitzeugen konnten die Jusos dabei auf die „Ikone des Widerstandes“ Altlandrat von Schwandorf, Hans Schuierer bauen, der bis heute weit über die Bundesrepublik hinaus als Symbol des Widerstandes gilt.

Gestartet wurde in der Mitte des heutigen „Innovationspark Wackersdorf“ vor dem Gebäude, das früher das Brennstäbelager werden sollte und vor dem im letzten Jahr auf Antrag der SPD Fraktion im Schwandorfer Kreistag eine Infotafel mit den zeitlichen Ablauf der Protestbewegung zur Erinnerung aufgestellt wurde.

Der Altlandrat war anfangs durchaus "aufgeschlossen für die neue Technologie", die nach dem "Aus" von Kohle und Stahl neue Arbeitsplätze in die Region bringen sollte. Die SPD, wie auch die Gewerkschaften waren damals intern gespalten zwischen Befürwortern und Gegnern. Die IG Bau in Schwandorf erhoffte sich zusätzliche Arbeitsplätze und war für die WAA, die ÖTV und die Postgewerkschaften fürchteten dagegen um die demokratischen Grundrechte und waren vehemente Gegner. Doch bald durchschaute Schuierer "das falsche Spiel" der bayerischen Staatsregierung, dank der unermüdlichen Aufklärungsarbeit über die Gefahren und Risiken der Atomkraft durch die Bürgerinitiativen und Lehrkräfte der Schwandorfer Schulen.

In bundesweiten Auftritten warnte der heute 85-jährige SPD-Politiker vor den Gefahren der Atomfabrik und stellte sich auch im Amt "quer". Weil sich der damalige Landrat weigerte, trotz einer Weisung der Staatsregierung bau- und wasserrechtliche Bescheide zur Genehmigung der atomaren Wiederaufarbeitungsanlage zu unterzeichnen, änderte der Bayerische Landtag mit der CSU-Mehrheit das Verwaltungsverfahrensgesetz und verankerte das Selbsteintrittsrecht der Aufsichtsbehörde, diese sogenannte „Lex schuierer“ gilt bis heute, wurde aber seit dem nicht mehr angewendet. Gleichzeitig wurde gegen Hans Schuierer ein Disziplinarverfahren eingeleitet.

Nach und nach habe man in den kommenden Jahren schrittweise auch die Position der BundesSPD von einem damaligen Befürworten der Atomkraft zu einer ablehnenden Haltung verändern können und so den Ausstieg aus der Atomkraft vorantreiben können.

Nach dem Besuch des „Franziskus-Materl“ kehrten die Jusos noch beim Troidl Wirt in Neuenschwand ein um noch über die Entwicklungen innerhalb der SPD zu beraten und den Altgedienten Genossen nach den ein oder anderen Rat zu fragen.

 
 

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