Oberpfälzer protestierten gegen AfD

Veröffentlicht am 06.10.2016 in Bundespolitik

Mehr als 600 Demonstranten nahmen an der Kundgebung „Für Toleranz und Menschenrechte“ auf Ambergs Marktplatz teil.



 

Amberg.„Wir Oberpfälzer müssen z’sammahalten, vor allem, wenn es um die Menschlichkeit geht“, so die Parole von Bayern-3-Radiomoderator Matthias „Matuschke“ Matuschik. Dieses Motto galt den mehr als 600 Besuchern bei der Kundgebung gegen die Alternative für Deutschland (AfD), und für Toleranz und Menschenrechte auf dem Amberger Marktplatz am Samstagnachmittag.

Dazu eingeladen hatte das Oberpfälzer Bündnis für Toleranz und Menschenrechte als Protest gegen die AfD und die damit verbundene Rede von AfD-Chefin Frauke Petry am Abend in Kreuth. Matuschik selbst übernahm hierfür die Moderation und ließ es sich selbst nicht nehmen, mit der AfD scharf ins Gericht zu gehen: „Ich bin Flüchtling in dritter Generation. Rassismus ist ein Grundübel und darf von uns nicht toleriert werden.“

Buntes Programm

Für mehr als zwei Stunden hatten die Organisatoren in Amberg ein im wahrsten Sinne buntes Programm mit Redebeiträgen, Aufführungen und Darbietungen auf die Beine gestellt. Versammlungsleiter Lukas Stollner (Jusos) und Bündnissprecher Hans Lauterbach konnten hierfür bekannte Namen aus der Politik gewinnen.

Dabei zeigte sich Lauterbach zunächst selbst angriffslustig: „Die Polizei hat nach der Unterbringung in den Notunterkünften in Sulzbach-Rosenberg keinen Vorfall registriert, der zur Anzeige gebracht werden musste. Wenn wir 200 Sulzbach-Rosenberger in eine Turnhalle stecken würden, wäre nach zwei Tagen Bürgerkrieg.“

Ismael Ertug, seit sieben Jahren im Europäischen Parlament (SPD), Ates Gürpinar (Landessprecher DIE LINKE Bayern) oder auch Dr. Reinhard Böttcher (Evangelisches Bildungswerk) erhielten für ihre Redebeiträge zu Themen wie Ursachen der Flucht und zum Rassismus viel Beifall.

Landtagsmitglied Reinhold Strobl (SPD) ging auf die vielen persönlichen Anfeindungen und Drohungen ein, die er im Vorfeld des Genehmigungsprozesses der AfD-Veranstaltung in Kreuth erhalten hatte. Mehr als 130 Hass-Mails habe er erhalten. „Ich habe gespürt, was Rechtsterrorismus ist“, so Strobl. Dabei motivierte er im Gegenzug: Ein jeder sei gefordert, sich gründlich mit der AfD auseinanderzusetzen.

Insgesamt standen 22 Programmpunkte auf dem Zeitplan der Kundgebung. Neben den Reden waren hierbei kurze Aufführungen und Darbietungen zu diversen Themen angesagt. Streikrecht und Arbeitsrecht wurden durch die Gewerkschaften thematisiert, Sebastian von der Recke ging auf die Kulturpolitik ein, die Linksjugend befasste sich mit der Familienpolitik.

Beifall für Flüchtling

Einer der Höhepunkte war der Auftritt des Arbeitskreises der Flüchtlingshilfe Amberg um Anne Kuchler. Zehn Flüchtlinge bastelten Schilder mit Aussagen wie „Wir sind Moslems. Wir hassen IS und Taliban“ oder „Ich bin ein Lehrer aus Syrien. Ich bin nicht kriminell“.

Ali Mohamed Ahmed, vor 16 Monaten aus dem Irak geflüchtet, erhielt dabei als vom Krieg Betroffener am meisten Beifall. „We are simply victims, not terrorists“ sprach er zunächst ins Mikrofon und schloss auf Deutsch: „Ich bin nicht dein Feind. Dein Feind ist der Grund, warum ich hier bin.“

 
 

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