Besuch bei Fraunhofer UMSICHT in Sulzbach-Rosenberg

Veröffentlicht am 12.05.2017 in Umwelt

Reinhold Strobl, Brigitte Bachmann, Florian von Brunn, Lukas Stollner, Lukas Pürner, Uwe Bergmann und Samir Binder.

Das Thema der Nachhaltigkeit stand im Fokus beim Besuch von Florian v. Brunn, MdL, beim Fraunhofer USICHT in Sulzbach-Rosenberg. Auf Einladung des Juso Kreisverbandsvorsitzenden Lukas Stollner war er in die Region gekommen um sich über Projekte und Ideen auch auf dem Land zu informieren. Von Brunn und Stollner wurden bei dem Besuch außerdem von, MdL, Reinhold Strobl, Stellv. Landrätin und Bürgermeisterin der Gemeinde Birgland, Brigitte Bachmann, SPD Kreisvorsitzenden Uwe Bergmann und Lukas Pürner vom Juso Kreisvorstand begleitet.

Der technische Leiter des Fraunhofer UMSICHT Instituts in Sulzbach-Rosenberg Dipl.-Ing. Samir Binder erklärte den Besuchern das Handeln von Fraunhofer an sich, über die Kostendeckungsstruktur, als Mittler zwischen Forschung und Wirtschaft sowie über die aktuellen Forschungsprojekte in den Themenschwerpunkten der Kreislaufwirtschaft und der Energietechnik.

Aktuell gebe es mit dem Auftrag aus Kuwait, mit einem Volumen von 18 Millionen Euro, auch den ersten größeren Auftrag aus der arabischen Welt. Im Emirat Kuwait soll das Team von Fraunhofer UMSICHT ein komplett neues Abfallsystem entwickeln. Zunächst soll die Situation vor Ort untersucht werden, da in Kuwait der Abfall lediglich auf ungesicherte Deponien am Stadtrand gebracht und sich selbst überlassen wird und umweltschädliche Emissionen produziere.

Ziel sei ein Informationssystem, anhand dessen man die Umweltsituation sämtlicher Standorte von Deponien und Müllanlagen aufrufen könne sowie überschrittene Grenzwerte ablesen oder auch die Wege des Abfalls nachvollziehen könne. Dazu müsse auch die Einwohner in Kuwait sensibilisiert sowie die Gesetzte angepasst werden. Ein geänderter Umgang mit Abfällen ist auch in Deutschland noch relativ jung, da es bundesweit noch über 100 000 Altdeponien, davon allein in Bayern über 11 000.

Die Kreislaufwirtschaft, die sich mit zukunftsfähigen Konzepten zur Rückgewinnung, Aufbereitung und Verwertung von Metallen und Mineralien aus Abfällen und Produktionsrückständen beschäftigt trägt somit bei der Entwicklung von Rohstoff- und Ressourceneffizienz bei. Seltene Metalle wie Indium, Gallium oder Tantal, die häufig unter menschenunwürdigen Umständen in China und afrikanischen Entwicklungsländern abgebaut werden, können durch Recycling gewonnen werden.

Nicht nur die Arbeitsbedingungen zu verbessern, sondern auch einen wirtschaftlichen Charakter hat die ganze Sache nebenbei auch noch. In den etwa 100 000 Tonnen in Deutschland jährlich geschredderten Leiterplatten befinde sich Gold im Wert von acht Millionen Euro, Indium für 2,2 Millionen Fernseher, Kupfer für 350 000 Kilometer Kabel und viele andere wertvolle Stoffe. Bisher lande das alles in der Müllverbrennung, werde in der Abgasreinigung abgetrennt und als Sondermüll deponiert. Mit der Technik von Fraunhofer könnten diese Wertstoffe ausgeschieden werden und anstatt 100 Euro pro Tonne kosten auch noch positiven Gewinn erwirtschaften.

Als weiteres zielführendes Projekt sei die Entwicklung eines neuen Verfahrens des thermo-katalytischen Reforming TCR zur Verwertung von Reststoffen, auch bekannt unter Biobatterie. Ab einem Trockengehalt von 70 Prozent und darüber kann das Verfahren sämtliche Biomasse – insbesondere wie Gärreste aus Biogas- und Bioethanol verfahren, Holzreste und Landschaftspflegematerial, Schlempen aus den Papierrecycling, Klärschlämme, Stroh und andere landwirtschaftliche Reststoffe effizient verarbeiten. Als Endprodukt bleiben dann ein Gas, dass direkt am Standort auf Blockheizkraftwerke verstromt werden kann, ein qualitativ hochwertiges Öl, dass zum einen auf einem Blockheizkraftwerk oder auch direkt als PKW Kraftstoff verwendet werden kann, und eine Biokohle, die aufgrund ihres hohen Gehalts an Nährstoffen unter anderem zur Düngeranwendung genutzt werden kann.

Die Verwertung von Klärschlamm ist gerade im Bezug auf die angedachte Neuordnung der Klärschlammverwertung durch das Bundesministerium für Umwelt, Naturschutz, Bau und Reaktorsicherheit (BMUB) in den kommenden Jahren, dass die Ausbringung unbehandelter Klärschlämme unterbindet und zur Rückgewinnung von Phosphaten verpflichtet ein wichtiger Schritt zum Schutz der Grundwässer und der Verbraucher und auch für die Landwirtschaft ein Ausweg aus der Nitratüberbelastung der Böden.

Zum Abschluss kamen die TeilnehmerInnen auf die gute Zusammenarbeit mit Birmingham, die dank des Leiters von Fraunhofer UMISCHT, Prof. Dr. Andreas Hornung, zurzeit deutlich intensiviert werde zu sprechen und äußerten ihre Befürchtung, dass ein harter Brexit hier wichtige Vernetzungen nachteilig beeinflussen könnte.

 
 

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